Interview mit Plural

Magdalena Brunner, die Designerin hinter dem Label PLURAL, hat mit uns über Slow Fashion, ihr Label und ihre Vision gesprochen. Die 31-Jährige gebürtige Grazerin hat 2014 nach ihrem Architekturstudium an der TU Graz ihr veganes Label gegründet. PLURAL begeistert sowohl Frauen als auch Männer mit minimalistisch urbanem Stil.

Foto: Nuša Košar

Wie ist die Idee zu deinem Label entstanden?
Als ich mich entschied ein Modelabel zu gründen, war es für mich wichtig, meine persönlichen Lebensvorstellungen in mein Label mit einfließen zu lassen: Ich lehne seit langer Zeit die Zustände in der Tierindustrie ab, da war es für mich nur eine logische Konsequenz, dies auch in der Modeindustrie zu tun. Ein/e Designer/in muss wissen woher die Materialien kommen und unter welchen Umständen sie produziert werden. Für mich war schnell klar, dass die Verwendung von Biomaterialien und das nicht Verwenden von tierischen Materialien Hand in Hand gehen muss, da die Natur, die Tierwelt und die menschlichen Bedingungen eng miteinander verbunden sind.
Ich möchte nicht Teil dieser “fast fashion industry” sein. Aus diesem Grund sind alle Plural Produkte 100% vegan und aus zertifizierten Biomaterialen hergestellt.
Diesen einen Moment der Idee gab es jedoch nicht. Es war viel mehr ein Entwicklungsprozess bis schließlich mein veganes minimalistisches Label geboren war.

Was zeichnet dein Label aus?
PLURAL ist ein kleines Modelabel, das sich dem Minimalismus und dem klaren Design in Schnitt und Farbe verschrieben hat. Plural-Stücke sind reduziert, detailreich, sowie angenehm im Alltag tragbar.
Alle Stücke werden in Österreich designed und in kleinen Auflagen in einer steirischen Nähwerkstatt hergestellt. Wir produzieren mit qualitätsvollen zertifizierten Bio-Materialien und verzichten bewusst auf tierische Produkte. Das heißt wir verwenden beispielsweise kein Leder, keine Wolle und keine Seide.

Von wem/was lässt du dich inspirieren?
Meist inspirieren mich Menschen auf der Straße. Besonders auf Reisen in unterschiedliche Länder und Städte liebe ich es in einem Café zu sitzen oder durch die Straßen zu flanieren und die vorbeiziehenden Menschen zu beobachten. In solchen Momenten beginne ich meist von neuen Ideen zu träumen und so entsteht dann auch jede neue Kollektion.

Woher beziehst du deine Materialen?
Alle Materialien sind GOTS-zertifiziert und stammen hauptsächlich von Produzenten aus Deutschland und Österreich. Die Stoffe selbst werden meist in Deutschland, Türkei oder Indien produziert, jedoch immer aus kontrolliertem Anbau, sowie fairen Produktionsstätten.

Was bedeutet Slow Fashion für dich?
Slow Fashion bedeutet für mich Verantwortung für Natur, Tier und Mensch zu übernehmen. Am Anfang jedes Kleidungsstückes steht der Anbau des Rohstoffes – schon hier muss der verantwortungsvolle Umgang mit Natur, Tier und Mensch beginnen. Slow Fashion bedeutet deswegen für mich die komplette Kette, vom Anbau, über die Produktion bis hin zum fertigen Kleidungsstück.

Wie hat sich dein Umgang mit Kleidung seit der Gründung deines Labels verändert?
Ich kaufe nun viel bewusster und seltener ein. Kleidungstücke dürfen bei mir auch etwas mehr kosten, dafür weiß ich woher sie stammen, wo und wie sie produziert wurden, und dass ich sie mit Sicherheit lange in meinem Kleiderschrank behalten werde.

Was möchtest du mit deinem Label erreichen?
Natürlich möchte ich so viele Menschen wie möglich mit meinen Designs, Ideen, Gedanken und Fashion-Vorstellungen erreichen.

Liebe Magdalena, danke für deine Zeit!

Fotos: Stiefkind Fotografie