Interview mit BLACK FOXES

Simone Kern (28) hat im Mai 2015 ihr Label BLACK FOXES gegründet. Die in Wien lebende Designerin hat nach ihrem Bachelorstudium für Internationale Wirtschaftsbeziehungen das Modekolleg der Herbststraße Wien absolviert und sich anschließend selbstständig gemacht. Wir haben der gebürtigen Oberösterreicherin ein paar Fragen zu ihrem Label gestellt.

Wie ist die Idee zu deinem Label entstanden?
Ich habe zuerst für andere Designerinnen genäht und irgendwann war der Zeitpunkt da, an dem ich lieber meine eigenen Ideen umsetzen wollte.

Was zeichnet dein Label aus?
Meine Leitworte für BLACK FOXES lauten Straight, Clear und Dark. Damit vertrete ich schlichte und klare Designs, gerade Schnitte und einen urbanen, alltagstauglichen, aber auch eleganten Stil. Die Besonderheiten liegen in den Details und den Strukturen der Designs.

Foto: Ursula Schmitz

Von wem/was lässt du dich inspirieren?
Das ist ganz unterschiedlich, mal von Stimmungen, von Farben oder auch von Strukturen. Meistens begegnet mir in meinem Alltag etwas, das mich dann nicht mehr loslässt und die Basis für meine neuen Designs ausmacht. Ich folge grundsätzlich keinen Trends, meine Mode soll zeitlos sein und nicht nur eine Saison überdauern.

Wer ist deine Zielgruppe?
Meine Zielgruppe waren immer jüngere Frauen, die gerne aus der Menge hervorstechen, ohne dabei auf schrille Farben oder ähnliches zurückgreifen müssen. Frauen, die gerne Besonderes im Alltag tragen, ohne auf Tragekomfort zu verzichten. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass es für meine Designs keine Altersgrenzen gibt, inzwischen tragen Frauen jeden Alters meine Teile.

Wo und von wem werden deine Stücke produziert?
Alle Stücke werden von mir in meiner Wiener Wohnung designt und genäht.

Woher beziehst du deine Materialen?
Meine Stoffe kommen aus österreichischen Stoffgeschäften oder Lieferanten in Deutschland, den Niederlanden und Italien.

Was bedeutet Slow Fashion für dich?
Slow Fashion bedeutet für mich in erster Linie sich Gedanken um das eigene Konsumverhalten zu machen. Für mich bedeutet es gut zu überlegen, welche Kleidungsstücke ich kaufe und wie lange ich sie tragen kann und will. Sich jede Saison komplett neu einzukleiden, weil die Teile im Kleiderschrank schon wieder „out“ sind oder nicht die passenden Farben für das nächste Jahr haben, ist meiner Meinung nach weder nachhaltig, noch die Einstellung, die man zu Mode haben sollte. Ich wünsche mir, dass sich Konsumenten und Konsumentinnen damit beschäftigen, woher ihre Kleidung kommt, woraus sie gemacht ist und wer sie fertigt.

Wie hat sich dein Umgang mit Kleidung seit der Gründung deines Labels verändert?
Ich kaufe weniger Kleidung ein, trage natürlich meine eigenen Designs und achte mehr auf die Materialien und die Herkunft der Artikel. Ich kleide mich noch etwas funktioneller, das heißt ich habe vor allem Teile, die ich untereinander so kombinieren kann, damit sie für so ziemlich jeden Anlass passend sind.

Was möchtest du mit deinem Label erreichen?
Kurze Zeit nachdem ich mein Label gegründet habe, hat eine junge Frau meine Designs auf einem kleinen Designmarkt entdeckt. Sie hat ein Teil bei mir gekauft und mir ein paar Wochen später eine Nachricht geschickt, in der sie mir geschrieben hat, wie sehr sie das Teil liebt und dass sie immer Komplimente dafür bekommt. Etwas Schöneres kann es für mich als Designerin nicht geben und genau das möchte ich erreichen – dass Frauen mit meiner Mode ihre Persönlichkeit nach außen tragen können.

Simone, danke für dein ehrliches Interview!