Interview mit Hold.

Wir haben mit Doris Huxhold, der Designerin des Labels Hold., über ihr Label und Slow Fashion gesprochen. Die im Burgenland geborene 26jährige ist nach ihrer Matura an der Modeschule in Hetzendorf nach Italien gegangen, um dort am Istituto Europeo Di Design Mailand das Bachelorstudium Fashion Design zu absolvieren. Seit ihrem Abschluss pendelt sie zwischen Wien und Burgenland.

Foto: Drezzer

Wie ist die Idee zu deinem Label entstanden?
Nach meinem Studium habe ich bei einer Firma in Wien im Bereich Modedesign und Schnittentwicklung zu arbeiten begonnen, dabei habe ich schnell gemerkt, dass ich darüber hinaus viele weitere Ideen habe, also habe ich nebenbei begonnen, diese Ideen als eigene Kollektionen zu realisieren und dann auch zu verkaufen. Die Reaktionen waren sehr positiv, was mich nur darin bestärkt hat, weiter zu machen. Mein Label gibt es mittlerweile schon seit 3 Jahren.

Was zeichnet dein Label aus?
Jedes Teil in meinen Kollektionen ist sorgfältig durchdacht, von Design, Schnittführung über die Materialien bis hin zur Verarbeitung. Ich will keine schnelllebigen Trends aufgreifen, sondern langlebige Stücke fertigen, die sich durch besondere Details auszeichnen. Mein Designansatz nennt sich, Puristische Ästhetik neu interpretiert.

Von wem oder was lässt du dich inspirieren?
Wenn es um den Desingprozess geht, arbeite ich sehr intuitiv. Meist gibt es irgendein Element z.B. eine bestimmte Farbe, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Darauf baue ich dann das ganze Konzept der Kollektion auf. Kunst und Natur sind für mich wichtige Inspirationsquellen, seltener andere Mode. Und von saisonalen Trends halte ich mich fern.

Wer ist deine Zielgruppe?
Ich freue mich immer, wenn Kundinnen, die Sorgfalt und Arbeit, die in jedes Teil der Kollektion geflossen sind, schätzen. So vielfältig meine Mode gestylt und getragen werden kann, so vielfältig sind letztlich auch meine Kundinnen.

Wo und von wem werden deine Stücke produziert?
Ich nähe alle meine Stücke selbst in meinem Atelier im Burgenland.

Woher beziehst du deine Materialen?
Ich lege immer sehr viel Wert auf die Qualität meiner Materialien. Die Stoffe für meine Kollektionen beziehe ich ausschließlich aus Europa, hauptsächlich aus Deutschland, Italien und Österreich. Außerdem verwende ich hauptsächlich natürliche Fasern, Polyester und ähnliches wird man in meinen Kollektionen nur selten finden.

Foto: Drezzer

Was bedeutet Slow Fashion für dich?
Die Aussage von Vivien Westwood „Buy less, choose well and make it last“ beschreibt für mich mein Verständnis von Slow Fashion sehr gut.

Wie hat sich dein Umgang mit Kleidung seit der Gründung deines Labels verändert?
Ich kaufe selbst viel weniger, unter anderem auch, weil ich meine eigene Mode trage. Ich versuche mich da ein bisschen an die Aussage von Vivien Westwood zu halten. An hochwertigen Stücken erfreut man sich einfach viel länger.

Was möchtest du mit deinem Label erreichen?
Langfristig gesehen, möchte ich meinem Stil treu bleiben und noch mehr Frauen dazu inspirieren, auf Slow Fashion zu setzen. Slow Fashion ist nämlich längst nicht mehr langweilig, sondern bietet viele originelle und vor allem hochwertige Stücke.

Vielen Dank für deine Zeit!

Fotos: Werner Himmelbauer