Interview mit Fine Light

Seit 2014 steht Karolin Schmidbaur hinter ihrem eigenem Schmucklabel Fine Light. Wir haben ihr ein paar Fragen zu ihrem Label gestellt.

Liebe Karolin, stelle dich bitte kurz vor…
Ich bin 1967 geboren, also jetzt 50, kaum zu glauben für mich. Ich wurde in Würzburg, Deutschland, geboren und bin in München aufgewachsen. Seit 25 Jahren bewege ich mich zwischen Wien und Los Angeles, die Städte, in denen ich derzeit auch wohne. Ich bin seit 25 Jahren international als Architektin tätig und habe an der TU München Architektur studiert.

Wie ist die Idee zu deinem Label entstanden?
2012 bin ich einer Einladung des MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles gefolgt, eine Lichtskulptur zu entwerfen. Die Aufgabe an Künstler und Architekten war, irgendeine Art Licht zu gestalten. Das Thema nannte sich „Light my way, stranger“. Ich wollte keine Lampe entwerfen, sondern etwas ganz Neues und habe das laminierte, reflektierende Material entdeckt und zu einer tragbaren Kappe verarbeitet, die für das MAK Center in eine Lichtskulptur integriert wurde. In Folge fiel mir auf, wie schön die laminierten Bänder als Schmuck zu tragen sind, und habe die Schmuckstücke und Accessoires entworfen und produziert, die dann zum Label Fine Light wurden.

Foto: Aleksandra Pawloff

Was zeichnet dein Label aus?
Die ungewöhnliche, wandelbare Ästhetik dieser zarten Körperobjekte. Die Handarbeit und dem Material entsprechende Verarbeitung.
Mich interessiert auch der Zusammenhang von Mensch, Raum und Körper. Für mich ist Fine Light nicht nur Schmuck, sondern eine Art tragbare Installation im Raum, da die Bewegungen der Träger und das Licht eine große Rolle spielen.

Von wem/was lässt du dich inspirieren?
Von feinen, ästhetischen Dingen. Vieles aus der Kunst, der Architektur, aber auch aus dem Schmuckdesign oder der Mode, der Natur.

Wer ist deine Zielgruppe?
Ich habe keine Zielgruppe. Ich beginne immer mit mir selbst als Träger, probiere alles an mir aus. Aber wahrscheinlich sind mögliche Trägerinnen eher individuelle, sensible, ästhetische und kunstaffine Frauen, die den Schmuck als Teil ihres individuellen Ausdruckes sehen.

Wo und von wem werden deine Stücke produziert?
Alle Stücke werden von mir selbst angefertigt, in Wien oder Los Angeles. Derzeit hauptsächlich in Wien.

Woher beziehst du deine Materialen?
Von unterschiedlichen Quellen in Europa und den USA.

Was bedeutet Slow Fashion für dich?
Bewusstes, achtsames Tragen.

Wie hat sich dein Umgang mit Kleidung/Accessoires seit der Gründung deines Labels verändert?
Ich trage jetzt meist irgendein Fine Light Objekt, vor allem wenn es mir gut geht und ich neue Tragvarianten je nach Tagesverfassung und Kleidung erfinde. Ich habe auch begonnen, selber Kleidungsstücke zu entwerfen, die wiederum zur Ästhetik des Schmuckes passen.

Was möchtest du mit deinem Label erreichen?
Mein Label ist ein Teil meiner Arbeit als Architektin. Weiters möchte ich Ausdruck und Poesie in die Welt bringen.

Vielen Dank für das Beantworten unserer Fragen!

Foto: Hanna Pribitzer